Im „Blaumann“ steht Kim in der Ausbildungswerkstatt der Neapco Europe GmbH und feilt an einem Stück Aluminiumblech, das sie in ihren Schraubstock eingespannt hat. Inmitten einer Traube von 3-6 jährigen Jungs steht Pascal und er merkt, wie anstrengend es auf Dauer ist, den Erwartungen der quirligen Pimpfe in der Kindertagesstätte gerecht zu werden. Verkehrte Welt?
Ganz bewusst haben 4 Schülerinnen und 4 Schüler der Hauptschule Nörvenich den Zukunftstag für Mädchen und Jungen genutzt, in typische Berufe des anderen Geschlechts zu schnuppern. Immer noch verhindern häufig traditionelle Sichtweisen von sogenannten Männer- und Frauenberufen die Bereitschaft Neues zu entdecken und sich auszuprobieren.
Der Girls Day am 14. April trug ebenso wie der zeitgleich stattfindende Boys’ Day dazu bei, Schwellenängste zu überwinden und neue lebenspraktische sowie berufliche Erfahrungen zu machen.
Für Kim hat sich dieses Tagespraktikum gelohnt. Für sie ist es eine völlig neue Erfahrung gewesen, diesen eher „typischen Männerberuf“ des Industriemechanikers so praxisnah erlebt zu haben. Die Arbeit war sehr anstrengend und schweißtreibend, sagt sie, dieser ständige Geruch von Metall in der Luft, war ungewohnt und neu für sie. Sie beschreibt aber auch, wie stolz sie am Ende war, dass es ihr gelungen ist, dieses Stück Aluminiumblech in die Form eines Stieres zu sägen und zu feilen.
Auch Pascal ist stolz auf sich. Er ist von seiner Gruppenleitung für seinen Einsatz in diesem Berufsfeld einer Erzieherin sehr gelobt worden. Er sagt, die Arbeit habe ihm Spaß gemacht. Aber er musste ebenso feststellen, dass es schwierig für ihn war, sich auf den Umgang mit Jungen und Mädchen gleichermaßen einzustellen.
Wie ihre 6 Mitschülerinnen und Mitschüler haben Pascal und Kim sehr praktisch und hautnah erfahren können, warum die Teilnahme am Girls’ und am Boys’ Day im Schulprogramm der Hauptschule Nörvenich verankert ist.
Berufe sind im wesentlichen eben nicht geschlechtsspezifisch ausgerichtet. Diese Erfahrungen haben alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler machen können. Für die Schüler, war der Boys’ Day zusätzlich eine Begegnung mit ihren eigenen Männlichkeitsmustern.
Saadia, Annika, Ines, Sebastian, Pascal, Lars Pascal und Kim sagen, dass der Girls’ Day und der Boys’ Day 2011 für sie ein voller Erfolg und eine tolle Erfahrung gewesen ist. (He/Bi)
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